Schwamm beiseite.

Wegwerfschwamm

Hallo Ihr Lieben!

Nachdem wir ja alle erfolgreich unsere Küchenrolle abgeschafft haben, bleiben wir mit unserer nächsten Müllvermeidungs-und-auch-noch-Geld-gespart-Aktion gleich in der Küche. 

„Schwamm beiseite.“ Diese schöne Redewendungs-Schöpfung ist mir mal versehentlich herausgerutscht, als mein Hirn sich in der Situation wohl nicht so recht entscheiden konnte, ob es „Spaß beiseite“ oder „Schwamm drüber“ zum Mund schicken sollte. Aber heute passt diese neu kreierte Redewendung ganz hervorragend als Überschrift, denn:

Wir wollen den Schwamm beiseite legen!

Warum? Er ist ein Wegwerfprodukt. Er ist aus Plastik (und je nach Gebrauch verliert er be-STIMMT minikleine Schwammfetzen ins Abwasser. Lest ruhig mal diesen Utopia-Artikel über den Weg von Plastikpartikeln in die Umwelt, er ist sehr interessant!). Und manche Schwämme sind sogar in Plastik verpackt. Also?? Sollte er weg!

Auch wenn man nicht so schnell dran glauben mag wie bei der Küchenrolle: Auch beim Wegwerf-Topfschwamm komme ich zu dem Schluss, dass man ihn eigentlich sehr gut ersetzen kann. Kommt doch einfach mit!

Folgende Alternativen sind oder waren bei uns bereits in Gebrauch.

Spüllappen aus abgetragenen T-Shirts

Man zerschneide abgetragene T-Shirts zu passender Größe, um sie als Spüllappen und Wischtuch einzusetzen. Da der Jersey-Stoff nicht franst oder ribbelt, ist das Ganze sogar eine absolute Nicht-Näh-Schnell-Aktion. Nur eine gewisse Größe sollten die Lappen haben, so bei 40×40 cm oder einem Rechteck mit ähnlich großer Fläche fängt für mich ein sinnvoller Spüllappen an.

T-Shirt-Spuellappen

Übrigens: Mit „abgetragen“ meine ich in erster Linie „richtig kaputt“, denn das ist dann für ein T-Shirt, das nicht mehr als T-Shirt genutzt werden kann, eine supergute Weiterverwertung. Heile, noch gut tragbare T-Shirts hingegen werden im Idealfall einer weiteren Verwendung als T-Shirt zugeführt, z.B. durch Second-Hand-Verkauf oder Spende.

Überzählige Waschlappen

Ebenso kann man überzählige Waschlappen vom Bad in die Küche verfrachten und diese als Schwammersatz nehmen. Sie nehmen etwas mehr Flüssigkeit auf und sind etwas rauer (im Sinne von wuscheliger). Dadurch kann man gut mit ihnen spülen und wischen, allerdings trocken sie dadurch auch langsamer. Das Beschaffen dieser Alternative ist dafür unschlagbar einfach, sogar eine absolute Null-Schnibbel-Aktion!

Waschlappen

Also kommt, schaut gleich mal nach ob Ihr nicht auch zwei bis drei Waschlappen im Bad entbehren könnt und pflanzt sie um in die Küche, damit hättet Ihr den heutigen Schritt in Rekordzeit umgesetzt!

Gestrickte Spültücher

Natürlich könnt Ihr auch kreativ werden. Selbstgestrickte Spültücher sind – „ein echter Hingucker“ … naaaa, wir wollen realistisch bleiben. Sie sind selbstgemacht, umweltfreundlich und sie funktionieren – sind also super! Für meine habe ich meine strickvernarrte Kollegin um Reste angehauen, welche bei ihr natürlich zuhauf herumliegen. Mit einigen Farben konnte ich einfarbige Spültücher machen, kleinere Reste kann man zu bunten Tüchern kombinieren. Sehr nett! Wichtig ist es, Baumwolle zu nehmen, keine Wolle oder Gemische.

Gestrickte Spültücher

Und solltet Ihr zu den Leuten gehören, die schon mal mit dem Gedanken gespielt haben, dem Stricken eine Chance zu geben: Dieses ist ein tolles Projekt für den Einstieg! Es ist klein, es ist einfach (es wir nur eine Maschen-Art gestrickt, nämlich sog. rechte Maschen) und es ist sooo sinnvoll! Bei Youtube gibt es die verschiedensten Anleitungen für Strickanfänger, traut Euch ruhig! Ihr benötigt eine Anleitung zum Maschen anschlagen, eine zum Stricken rechter Maschen, eine zum Abketten. Ich finde zum Beispiel diese Anleitung gut, in der alle drei Themen behandelt werden, aber es gibt natürlich noch viele mehr. Ich selber bin auch keine große Strickerin, bekomme aber hin und wieder Strickanfälle und dafür ist das ein genau passendes Projekt. Muss ja noch nicht mal besonders schick werden.

Solltet Ihr Fragen haben zu diesem Strickprojekt, schreibt mir doch einen Kommentar und ich werde gern versuchen, sie zu beantworten!

Der Star fürs Grobe

Und jetzt stellt Ihr Euch nur noch die Frage aller Fragen: Und was wenn ich mal was abscheuern muss? Hartnäckige Flecken, eingetrocknete Essensreste, Angebranntes im Kochtopf?

Hierzu darf ich Euch meinen heimlichen Star in der Küche vorstellen: Den Edelstahl-Topfschwamm!

Edelstahl-Topfschwamm

Wiederentdeckt für alles, was abgekratzt werden muss, tut er hier heldenhaft seinen Dienst. Er schafft alles! Man kann ihn in die Spülmaschine stecken oder ihn mit einer Gebiss-/Zahnreinigungstablette reinigen. Das klappt echt gut und so bleibt er lange sauber und scheuert echt was weg! Immer im Dienst zusammen mit seinen oben vorgestellten Kollegen, denn für empfindliche Oberflächen sollte er natürlich nicht zum Einsatz kommen, der kleine Kratzi.

Und? Welcher Kandidat gefällt Euch am besten? Habt Ihr weitere Lappen-Ideen?

Doch vor allem: Freut Euch mit mir über unseren weiteren Schritt in Richtung eines nachhaltigen Alltagslebens! Und Ihr spart wieder mal Geld dabei!

Eure nicht mehr schwammige, sondern lappige

Birte

Verlinkt zu Einfach Nachhaltig Besser Leben – EiNaB.

8 Kommentare zu „Schwamm beiseite.

  1. Achja *seufz* – der alte Spülschwamm, für mich DER Kandidat für „manches ist unersetzlich“, leider!
    Momentan versuche ich „Luffa plus Edelstahl“, aber auch damit bin ich nicht glücklich – der Luffaschwamm ist einfach zu hart, um vernünftig abzuwaschen (ganz zu schweigen von der Problematik des kaufens, schließlich mag ich nicht dazu beitragen, daß die Luffagurken aussterben, und es ist verdammt schwierig, Luffa aus Zucht zu bekommen. Bei den allermeisten Bezugsquellen steht schlicht nix dabei)
    Deine Vorschläge aber sind allesamt zu weich, finde ich. Mit Lappen kann man super wischen, aber selbst ganz normale Verschmutzungen gehen nicht wirklich gut weg beim Abwasch. Und an den Edelstahl hab ich mich als Helfer für richtige Verkrustungen (Topf, Pfanne) gewöhnt, aber für den ganz normalen Abwasch taugt er halt auch nicht. Immerhin machte er Luffa/ Spülschwamm langlebiger, weil er die harten Arbeiten übernimmt.

    Lange Rede, kurzer Sinn: schon seit fast 2 Jahren probiere ich mich durch unterschiedliche Möglichkeiten, finde aber eben nichts, was mir ein „Schwamm beiseite“ möglich macht

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  2. Nein, wir haben auch eine Spülmaschine. Aber da kann manches nicht rein, anderes ist zu groß (es ist eine kleine) und drittes „schafft“ sie eh nicht, zB Pfannen mit angebratenem.

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  3. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht alles sofort kurz abzuspülen oder einzuweichen. Bzw beim Spülen mit der Hand eine Weile im Spülwasser liegen zu lassen. Besonders mein Mann ist sehr diszipliniert darin alles sofort zu machen, das hat wenigstens ein bisschen auf mich abgefärbt. Aber vermutlich hast Du das auch alles schon probiert? Wie gesagt, wir kommen mit allen drei vorgestellten Varianten gut zurecht. Jedenfalls ist doch Dein Ansatz gut, weiter zu prüfen und so lange den Wegwerfschwamm nur zu nehmen wenn im ganz konkreten Fall der Mehrweg-Spüllappen scheitert. Irgendwann findest Du ja vielleicht noch die perfekte Lösung für Dich! Liebe Grüße, und auf den nächsten Schritt! Birte

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  4. Sollte ich sie finden, werde ich jedenfalls eine große Blog-Jubelei starten 🙂
    Euer „Sofort“-Ansatz ist sehr fein, zumal dann die Spülberge sicher immer schön klein bleiben. Wir sind da eher von der einweich-Sorte *g*

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  5. Unglaublich, daran habe ich noch gar nicht gedacht, den Schwamm wegen seines ‚Vollkunststoffkörpers‘ auszurangieren, aber gute Idee. Lappen habe ich schon hingelegt, brauche die vorhandenen Schwämme noch auf. Den Stahlreiniger habe ich auch wieder aus der letzten Ecke rausgekramt, mochte ihn früher nicht anfassen. Den in der Spülmaschine zu reinigen, gute Idee. Dabei habe ich einen weiteren gefunden, aus Kupfer, der ist ein wenig weicher. Allerdings bin ich auch ein Einweicher.😉 Ybuh

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  6. Auch nach einiger Probezeit klappen unsere Schwamm-Alternativen gut! Favorit mit knappem Vorsprung wird vermutlich der gestrickte, erstens weil ich mich immer so über ihn freue, zweitens (und hauptsächlich) weil er durch seine leicht gerippte Struktur noch mehr schrubbt. Danke, dass Du Dich hast anstecken lassen von der Idee, das finde ich schöööön! 🙂 Liebe Grüße Birte

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